Dienstag, 5. Juni 2012

@ Library Headquarters

Nachdem ich Sonntag in der neuen WG angekommen bin, hatte ich nur noch wenige Stunden, um mit mit meiner Freundin die Stadt zu erkunden. Wir sind zum Stirling Castle gelaufen und haben uns in der Innenstadt umgesehen. Am späten Nachmittag ist Franzi wieder zurück nach Edinburgh gefahren, um am nächsten Morgen den Flieger zurück nach Deutschland zu nehmen.

Gestern begann mein erster Arbeitstag um 9 Uhr. In der Library Headquarters angekommen, wurde ich ganz herzlich von meiner Praxisanleiterin Liz begrüßt. Sie führte mich erst einmal durch die Bibliothek, zeigte mir den Bestand und stellte mich den Mitarbeitern vor. Was sofort auffiel: Der schottische Akzent hier ist doch ein wenig stärker als in Edinburgh.


Stirling Castle
Dann ging es auch schon los. Ich buchte mit einer Mitarbeiterin Medien zurück, die von "Freiwilligen" abgegeben worden sind. Diese "Freiwilligen" kümmern sich um ältere und behinderte Menschen, die ihr zu Hause nur schwerlich verlassen können und übernehmen für sie den Gang zur Bibliothek. Da sie mehrere Leute gleichzeitig betreuen, nehmen sie kistenweise (Hör-) Bücher mit und bringen sie so natürlich auch wieder zurück. Das bedeutete also einiges an Arbeit, da die Medien auch auf Vollständigkeit kontrolliert und zurück in die Regale geordnet werden müssen. Übrigens ist die Library Headquarters nicht für Publikum geöffnet. Hier findet hauptsächlich die Verwaltung statt.
Nach der 15-minütigen "tea break" stattete eine Kollegin mit mir zwei älteren Damen Hausbesuche ab, um neue Bücher abzuliefern. Wir nahmen uns Zeit und ließen uns noch auf ein kurzes Gespräch ein, bevor wir wieder zur Bibliothek fuhren. Das war übrigens sehr aufregend, da ich auf der linken Seite saß, aber kein Lenkrad vor mir hatte... Darauf folgte dann die "richtige" Pause - "lunch time" für ganze 60 Minuten. Und wer jetzt denkt ich genieße Praktikantenvorteil liegt ganz falsch. Ich habe genauso viel Pause wie die anderen!
Die Kollegin zeigte mir dann alle technischen Geräte, die die Bibliothek sitzt. Dabei handelte es sich vor allem um Gerätschaften, die Seh- oder Hörbehinderten die Nutzung der Medien erleichtern oder überhaupt ermöglichen sollen. Das war sehr interessant. In Berliner Bibliotheken wird darauf leider nicht so viel Wert gelegt. Die Geräte sind unglaublich teuer einzukaufen. Nutzer können diese aber entgeltfrei entleihen. Überhaupt ist hier die Bibliotheksnutzung für alle kostenfrei. In meinem Betrieb betrifft dies nur Kinder, Schüler, Sozialhilfeempfänger und Institutionen wie Schulen und Kindergärten.Später durfte ich dann einige Medien makulieren (= Aussondern). Sie werden aus dem Bibliothekskatalog gelöscht, zerfetzt und weggeschmissen. In Berliner Bibliotheken müsste an dieser Stelle der Barcode unkenntlich gemacht und ein Entwidmungsstempel aufgedrückt werden. Die Schotten machen es sich hier deutlich einfacher.
Nach einer erneuten "tea break" (ich weiß, es ist unglaublich) hatte ich die Möglichkeit einen neuen Nutzer anzumelden - mich. Abschließend besprach Liz mit mir den Arbeitseinsatz für die nächsten Tage, bevor wir um 17 Uhr die Bibliothek schlossen.

Heute hatte ich frei. Ganz Großbritannien feierte  das "Queens Jubilee". Die Queen ist nun schon 60 Jahre im Amt. Das schöne Wetter war perfekt um ein paar Stunden in der Innenstadt zu verweilen und den Musikern zu lauschen.


Kommentare:

  1. Weiterhin viel Spaß beim Arbeiten und Tee trinken ;) Bin auf weitere Einträge gespannt :)

    Liebe Grüße!

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  2. ...voll schön!!!! lg, dani

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  3. Ingeborg-Bachmann-Bibliothek/Genzel25. Juni 2012 um 13:12

    Schöne Seite mit guten Informationen über Bibliotheken in Schottland.
    Vielen Dank für die Eindrücke und weiterhin viel Erfolg und Freude.

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